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Unternehmenskulturen im Wandel

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08.29.2021

Anreize für umweltfreundliche Büros und Mitarbeiterwohlbefinden

96 % der Arbeitnehmer der Generation Y sich um die Umwelt sorgen und von ihrem Arbeitgeber erwarten, dass er Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit ergreift. Greener Ideal & Johnson Controls

Die Förderung nachhaltiger Produktverpackungen und die Verringerung der Kohlendioxidemissionen sind wichtig.

Doch wenn das Unternehmen intern keine Veränderungen vornimmt, verliert „grünes Handeln“ drastisch an Wert.  Mitarbeiter spielen dabei eine entscheidende Rolle. 

Die Förderung eines gesunden und umweltfreundlichen Lebensstils bei Mitarbeitern und Führungskräften ist für das Wachstum eines jeden Unternehmens von entscheidender Bedeutung.  Die Vorteile sind endlos.  Sicher, einige sind extern, wie die Bereitschaft der Kunden, bis zu zehn Cent mehr für ein Produkt zu bezahlen, wenn es nachhaltig ist.  Die große Mehrheit der Vorteile ist jedoch interner Natur.

Es fördert unternehmensübergreifende Gemeinschafen, in welchen jeder danach strebt von sich aus besser zu sein. Es entsteht eine gemeinsame Vision, die mit dem Unternehmensauftrag selbst verwoben ist.  Dies führt unweigerlich zu produktiveren Arbeitszeiten, innovativen Ideen, ausgeruhten Mitarbeitern, weniger Stress und mehr Glück am Arbeitsplatz. 

Ganz zu schweigen davon, dass dies zu einer höheren Mitarbeiterbindung führt und das Markenimage stärkt. 

Wo beginnt man?

Das klingt doch wunderbar, oder?  Die Idee eines besseren, nachhaltigeren Bürolebens wirft nun die wichtigste Frage auf: „Wo fangen wir an?“. Zuerst sollte man sich ein Bild davon machen, wo das Unternehmen im Moment steht.  Stellen Sie Fragen – und seien Sie sich bewusst, dass es schwierig sein kann, eine ehrliche Antwort zu erhalten.

Wenn Sie sich mit den Mitarbeitern zusammensetzen, um ihre ehrliche Meinung einzuholen, sollten Sie daher mit dem Kontext beginnen.  Stellen Sie zunächst die Unternehmensinitiativen vor und eröffnen Sie dann ein Gespräch.  Hier sind einige grundlegende Fragen, die Sie den Mitarbeitern stellen könnten:

  • Auf einer Skala von eins bis zehn, wie würden Sie unsere Bemühungen um Nachhaltigkeit bewerten? Warum?
  • Wären Sie daran interessiert, uns dabei zu helfen, einen grüneren Lebensstil hier im Büro zu schaffen und zu fördern?
  • Was sind Ihre Ideen oder Dinge, die Sie in Ihrem persönlichen Leben umsetzen, um Ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern?
  • Wie kommen Sie ins Büro? Würden Sie mit dem Fahrrad fahren, zu Fuß gehen, Fahrgemeinschaften bilden oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen? Was können wir Ihrer Meinung nach tun, um dies zu fördern?
  • Wären Sie offen für nachhaltige Optionen in der Cafeteria/im Kühlschrank? Gibt es bestimmte Lebensmittel, die Sie vorschlagen würden?
  • Welche Anreize könnten wir Ihnen bieten, damit Sie eher bereit sind, kleine Gewohnheiten zu ändern?
  • Wären Sie eher bereit, diese neuen Gewohnheiten umzusetzen, wenn alle im Unternehmen dies auch täten?
  • Würden Sie monetäre (Gehaltserhöhung oder Bonus), nicht-monetäre (zusätzlicher Urlaub) oder anerkennungsbasierte (Lob von der Geschäftsleitung) Anreize bevorzugen?

Vorallem sollte man nicht außer Acht lassen, dass es die Menschen innerhalb einer Organisation sind, die Nachhaltigkeit schaffen und erhalten.  Die Ideen sind nur der Anfang.

Veränderungen anstoßen

Folgende Ansätze für einen positiven Wandel empfehlen wir:

  • Schaffen Sie Anreize für die Nutzung umweltfreundlicherer Verkehrsmittel zur Arbeit, beispielsweise durch die Einrichtung von Mitfahrgelegenheiten für Mitarbeiter.
  • Bieten Sie die Möglichkeit der Arbeit von zuhause an, um nicht nur die Transportkosten, sondern auch den Strom- und Wasserverbrauch im Büro zu senken.
  • Achten Sie auf die Wahl des Restaurants, bei dem Sie bestellen oder zu Mittag essen. Es sollte mit Ihrer Nachhaltigkeitsmission übereinstimmen. (Das FREA in Berlin ist ein gutes Beispiel für nachhaltiges Essen.)
  • Führen Sie unternehmensweite Arbeitszeiten ein, bei denen sich die Geräte nach einer bestimmten Zeit automatisch abschalten. In unserem Artikel über umweltfreundliche Büros fassen wir energiesparende Tipps zusammen. Einen Computer auszuschalten, anstatt ihn in den „Ruhemodus“ zu versetzen, könnte ein Beispiel sein.
  • Legen Sie einen Vorrat an Decken für den Winter an, um den Heizungsverbrauch zu senken.
  • Ermuntern Sie Ihre Mitarbeiter, ihr Mittagessen in wiederverwendbaren Behältern und Lunchboxen zur Arbeit mitzubringen.
  • Unterstützen Sie die Aufklärung Ihrer Mitarbeiter, indem Sie alles schriftlich festhalten und einheitliche Ziele setzen
  • Machen Sie Ihren Mitarbeitern das Leben leichter und übernehmen Sie Verantwortung indem Sie Initiative ergreifen. Sprechen Sie mit dem Unternehmen beispielsweise über automatische Beleuchtung und Wasserhähne.
  • Stellen Sie neuen Mitarbeitern Fragen zur Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz. Manchmal kann eine neue Perspektive bahnbrechend sein.
  • Wenn möglich, stellen Sie einen Nachhaltigkeitsbeauftragten ein, der bei der Umsetzung, Überwachung und Verfolgung der Fortschritte hilft.

Am wichtigsten ist es, dass Sie mit Ihren Mitarbeitern sprechen, beobachten, was funktioniert und was nicht, und ineffiziente Projekte streichen.

Um nachhaltiges Denken in einer Organisation zu fördern, muss die Grundstimmung passen.  Wenn der Umweltschutz in den Augen der Mitarbeiter zu einer lästigen Unannehmlichkeit wird, ist es an der Zeit, zum ersten Schritt zurückzukehren. Ehrlich zu sein, Fehler zu machen und das erhaltene Feedback tatsächlich umzusetzen sind in der Umsetzung kein Kinderspiel. Lassen Sie nicht zu, dass Bürokratie oder Stolz den Weg zum Umweltschutz versperren.

Die Greenwashing-Falle

Leider betreiben viele Unternehmen Greenwashing, indem sie Lösungen borschlagen, die bei näherer Betrachtung unsinnig sind.

Der Trend der „Druckreduzierung“ ist ein gutes Besipiel hierfür, da dabei oft ignoriert wird, dass die Cloud-Speicherung in riesigen Rechenzentren so viel Kohlenstoff ausstößt wie die Luftfahrtindustrie.  Ja, Sie haben richtig gelesen.  Zu einem nachhaltigen Büroleben gehört mehr, als nur das Licht auszuschalten, wenn man den Raum verlässt.  Nehmen Sie sich Zeit, um alle Auswirkungen eines neuen nachhaltigen Projekts oder einer neuen Initiative zu durchdenken.

Unser Tipp: Halten Sie inne, um selbst zu hinterfragen, wie nachhaltig Ihre Initiativen wirklich sind.

Natürlich hat alles seine Vor- und Nachteile und es gibt keine perfekte Lösung. Dennoch gibt es aber die Möglichkeit Gutes zu tun.  Ein grüner Arbeitsplatz erfordert ein Umdenken, eine umfassende Beteiligung und das Engagement aller.  Es beginnt ganz oben.  Die Führungskräfte müssen mit den Veränderungen vorangehen, sie aktiv umsetzen und sich engagieren. 

Wenn der CEO es nicht tut, warum sollte dann die Buchhaltung dafür verantwortlich gemacht werden, das Mittagessen liefern zu lassen?

Quellen

Bild
  • Pixabay

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Heutzutage wird viel über Nachhaltigkeit im Finanzsystem diskutiert – es scheint ein wichtiges Thema zu sein, da Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen davon sprechen.

8 Kommentare

  1. Karoline

    Greenwashing ist eins der größten Probleme unseres Zeitalters… die richtigen Fragen zu stellen und die Antworten der Mitarbeiter annehmen zu können: das ist wahre Offenheit für Nachhaltigkeit für mich !

    Antworten
    • Komoneed

      Herzlichen Dank für Deinen Kommentar…. Das ist so wahr!

      Antworten
  2. Leon

    Tolle Tips, dennoch frage ich mich wie einige meiner Mitarbeiter reagieren würden wenn ich einen solchen Vorschlag ankündigen würde: Legen Sie einen Vorrat an Decken für den Winter an, um den Heizungsverbrauch zu senken.

    Antworten
    • Komoneed

      Danke, Leon! Warum versuchst Du nicht, sie zu fragen?

      Antworten
  3. Sabine

    Neuerdings treffen meine Kollegen und ich uns zweimal die Woche zum Mittagessen und bringen unsere eigenen Behälter mit statt wie früher 3-5 mal die Woche unser essen ins Büro liefern zu lassen. Das klappt super!

    Antworten
  4. Maximilian W.

    Kritisch hinterfragen ist meiner Meinung nach immer wichtig, leider passiert das häufig zu selten, gerade bei Nachhaltigkeit und Initiativen.

    Antworten
    • Komoneed

      Vielen Dank, Maximilian! Es ist sehr richtig, wir müssen kritischer sein, aber gleichzeitig konstruktiv bleiben.

      Antworten
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