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The Komoneed Collective Forces #4

Kapitel #4

Schön verpackt

Diesen Monat schließt der Artikel die Komoneed Collective Forces Serie ab. In Kapitel 4, „Schön verpackt“, wird über wiederverwendbare und kompostierbare Verpackungsoptionen informiert und die Bedeutung von Nachhaltigkeitssiegeln analysiert.

Falls Du es noch nicht bereits getan hast, solltest Du die bisherigen Kapitel lesen, um Dich über noch mehr nachhaltigkeitsbezogene Themen zu informieren. Konzentrieren wir uns nun auf Verpackungen und Siegel – wie wichtig sind sie und welche Optionen gibt es?

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Verpackungen sind wichtig

Um die Relevanz von Verpackungen zu verdeutlichen, müssen wir nur einen Blick auf unsere unmittelbare Umgebung werfen. Wo auch immer Du gerade bist und was auch immer Du gerade tust, um Dich herum befinden sich wahrscheinlich zahlreiche Produkte. Je nachdem, um welche Produkte es sich handelt, sind diese höchstwahrscheinlich noch in irgendeiner Form verpackt oder waren zumindest zum Kaufzeitpunkt verpackt. Kannst Du Dich an ein Produkt erinnern, das Du kürzlich gekauft hast, das keine Verpackung hatte? Wahrscheinlich nicht, oder es war zumindest nicht allzu leicht, an ein Beispiel zu denken.

Verpackungen sind nicht nur allgegenwärtig, sie haben natürlich auch einen immensen Einfluss auf die Nachhaltigkeit. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurde das Aufkommen an Verpackungsabfällen pro Einwohner in der EU im Jahr 2019 auf 178,1 kg geschätzt. Und wenn man die Behandlung dieses Verpackungsmülls näher analysiert, stellt man leider fest, dass nur ein sehr geringer Teil des Mülls recycelt wird.

Schaubild zur Veranschaulichung der erzeugten und recycelten Kunststoffverpackungsabfälle 

Weltweit gesehen werden nur etwa 9 % aller Kunststoffe recycelt. Und wie wir wissen, kann es mehrere hundert Jahre dauern, bis Plastik abgebaut ist. In der Zwischenzeit besteht ein enormes Potenzial für die Schädigung von Meereslebewesen, die Verschmutzung der Umwelt und die Gefährdung der menschlichen Gesundheit.

Dennoch kaufen wir weiterhin Produkte mit übermäßiger Verpackung. Es ist zwar wichtig, darauf hinzuweisen, dass Verpackungen für die meisten Produkte wegen des Transports und der Konservierung unerlässlich sind, aber das entschuldigt nicht alle Arten von Verpackungen. Da Kunststoffverpackungen fast 70 % des gesamten Kunststoffabfalls ausmachen (laut WRA), erklärt dies auch den starken Fokus darauf. Darüber hinaus ist die Online-Suche nach nachhaltigen Produkten laut einer vom WWF in Auftrag gegebenen Studie in den letzten fünf Jahren um mehr als 70 % gestiegen, Tendenz steigend. Wir haben also ein gewisses Bewusstsein für die Problematik und den Wunsch, uns zu verbessern. Und jetzt?

Kompostierbare Verpackungen

Eine Lösung für einige der genannten Probleme könnten jedoch kompostierbare Verpackungen sein. Dieser Sektor boomt bereits in Märkten wie Italien, Südkorea, dem Vereinigten Königreich und Spanien. So wurden in Italien im Jahr 2019 rund 110.000 Tonnen kompostierbare Verpackungen verbraucht, gegenüber weniger als 40.000 Tonnen im Jahr 2012.

Kompostierbare Verpackungen haben viele Vorteile: Sie können die Kohlenstoffemissionen und den Wasserverbrauch reduzieren und basieren auf erneuerbaren Quellen. Außerdem kann sich damit der Kreislauf schließen, ohne dass schädlicher Abfall entsteht.

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Wiederverwendbare Verpackungen

Es wird viel Abfall erzeugt, der nicht unbedingt notwendig ist. Das hat viel mit unseren Verbraucherpräferenzen und -gewohnheiten zu tun, denen sich die Unternehmen anpassen. Aber es gibt auch Veränderungen. Ein zentrales Problem ist die Art und Weise, wie wir Verpackungen als Einwegprodukte betrachten, die nach Gebrauch weggeworfen werden. Stattdessen brauchen wir ein größeres Umdenken, um Verpackungen wertzuschätzen und sie entsprechend zu nutzen.

Eine Möglichkeit, diese Denkweise in die Tat umzusetzen, besteht darin, kreativ zu werden und gebrauchte Verpackungen wiederzuverwenden. Das kann so aussehen, dass man Gläser zur Aufbewahrung verwendet, Flaschen als Vasen benutzt oder intensivere Kunstprojekte durchführt. Wenn Du ein paar Anregungen brauchst, findest Du hier 7 Upcycling Ideen.

Ein weiterer Wandel kann in den früheren Phasen der Verpackung stattfinden, die in den Verantwortungsbereich der Unternehmen fallen. Wir bestellen zum Beispiel viele Lebensmittel online und werfen dann die Behälter weg. Was wäre, wenn wir diese Behälter stattdessen wiederverwenden würden?

Ein gutes Beispiel dafür ist das deutsche Start-up-Unternehmen VYTAL, das wiederverwendbare Lebensmittelverpackungen herstellt. Es stellt Artikel wie Schalen, Tabletts, Becher sowie Sushi- und Pizzaverpackungen aus recycelbarem Polypropylen her. Das Start-up bietet ein kostenloses Rückgabesystem über eine mobile Anwendung. Nach der Rückgabe prüft und reinigt VYTAL die zurückgegebenen Artikel für die Wiederverwendung. Darüber hinaus versorgt VYTAL Restaurants mit wiederverwendbaren Behältern und Marketingmaterialien, meldet sie in seiner App an und präsentiert sie in den sozialen Medien.

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Siegeldschungel

Zum Thema Siegel und Etiketten: Es gibt eine Vielzahl von Varianten, Bedeutungen und Vorschriften. Deshalb sind die Verbraucher damit häufig schlichtweg überfordert – und wer kann es ihnen übelnehmen? Wie soll jemand wissen, was welches Siegel bedeutet, wie glaubwürdig es ist, wer es kontrolliert? Es ist unrealistisch, von den Verbrauchern zu erwarten, dass sie in ihrer Freizeit selbstständig alle Etiketten recherchieren, und die Unternehmen nutzen das mitunter aus. Angesichts des begrenzten Wissens zu dem Thema ist es für Unternehmen ein Leichtes, eigene Siegel zu kreieren, die rechtlich nicht an zertifizierte Standards gebunden sind, und so beispielsweise die Verbraucher zu täuschen.

Um dem entgegenzuwirken, gibt es mehrere Online-Ressourcen, die dir helfen, die Vielzahl der von den Unternehmen für ihre Produkte verwendeten Siegel besser zu verstehen. Du kannst diesen, diesen oder diesen Link als Startpunkt nehmen – das spart dir Zeit und hilft dir in der Orientierung im Siegeldschungel.

In diesem Artikel wollen wir uns jedoch auf CO2-Labels konzentrieren. Es gibt sie von verschiedenen Unternehmen – ein Beispiel dafür ist CarbonTrust: ein Unternehmen, das sich seit rund 20 Jahren weltweit für die Dekarbonisierung einsetzt. Je nach Art des Labels können sie die Verbraucher auf unterschiedliche Weise über die Kohlenstoffauswirkungen eines Produkts informieren. Konzepte wie die Klimaneutralität sind auf dem Vormarsch, die sowohl Vorzüge als auch faire Kritik mit sich bringen. Insgesamt kann man ein Produkt nicht auf ein kleines Label reduzieren, aber es hilft, die Nachhaltigkeitswirkung zu beurteilen, zumindest bis zu einem gewissen Grad. So ist ein Produkt mit einem klimaneutralen Label zwar in der Regel besser als eines ohne – das muss aber nicht zwangsläufig der Fall sein, denn es gibt noch weitere Faktoren, die ein CO2-Label nicht berücksichtigen kann. Denken Sie unter anderem an die Beschaffungsbedingungen der Inhaltsstoffe eines Produkts, die sozialen Auswirkungen, die es hat, und die Art der verwendeten Ressourcen.

Siegel sind zwar hilfreich, wenn es darum geht, den Verbrauchern schnell Informationen zu vermitteln, aber wir wissen nicht immer, was genau ein Siegel bedeutet, und ob die Informationen glaubwürdig sind. Außerdem können Etiketten nicht alles enthalten und sind immer mit Vorsicht zu genießen. Wie immer ist Nachhaltigkeit zu komplex, um in einem winzigen Logoelement erfasst zu werden. Deshalb müssen wir uns auch hier dieser Komplexität bewusst sein und entsprechend handeln.

Das war’s!

Damit ist das letzte Kapitel der Komoneed Collective Forces Serie abgeschlossen. Sei jedoch gespannt auf viele weitere spannende und informative Artikel, und werde Teil unserer Community!

Jetzt würden wir gerne von dir wissen…

  • Auf welches Nachhaltigkeitssiegel achtest Du bei Produkten – falls Du auf so etwas achtest?
  • Hast Du jemals Deinen Verpackungsmüll upcycled? Was hast Du damit gemacht?
  • Recycelst Du zuhause immer? Und kompostierst Du?
  • Hast Du jemals die No-Waste-Produkte wie Shampoo, Conditioner oder sogar Body Lotion Stücke ausprobiert? Falls ja, wie war Deine Erfahrung damit?

Wir möchten erneut danke sagen!

ESCP Europe JCP Team:

  • Merina Elaichouchi
  • Nina Giannotta
  • Kathleen Halioua
  • Milena Mielcarek
  • Lisa Ryckeboer
  • Berangere Tichet
  • Thibault Koenig

Redakteurin: Chiara Richter

 


Quellen
Bilder
  • Kamaji Ogino, Pexels
  • Artem Podrez, Pexels
  • Ekaterina Bolovtsova, Pexels
  • LabelChecker

 

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1 Kommentar

  1. Hannah

    cooler Artikel, schade dass es bereits das letzte Kapitel ist! und ich persönlich bin bei so Siegeln auch etwas skeptisch, aber diese guides & besonders die App werde ich auf jeden Fall testen

    Antworten
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