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Der Kombucha-Hype

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03.30.2022

Kombucha… Wie nachhaltig ist das neue Lieblingsgetränk?

Auch wenn es verschiedene Erklärungen zum Ursprung dieses Getränks gibt, scheint dieser um 220 v. Chr. im Norden Chinas und in Japan zu liegen. Obgleich es sich um ein schon sehr altes Getränk handelt, hat es in den letzten Jahren im Rahmen der Trends zur gesunden Ernährung allgemein stark an Beliebtheit gewonnen.

Hast Du in letzter Zeit Kombucha getrunken oder gibt es in Deinem Umfeld Kombucha-Fans?

Wenn dieses Getränk schon so lange Bestand hat, dann muss an seinen Vorzügen wirklich etwas dran sein.

Probiotische und antibakterielle Eigenschaften

Am häufigsten einwird Kombucha mit Darmgesundheit in Verbindung gebracht.

Untersuchungen ergaben, dass Kombucha nützliche organische Säuren enthält, die zur Förderung der menschlichen Darmgesundheit oder zur Prävention von Krankheiten wie Diabetes nützliche Mikroorganismen erzeugen.

Der durch Kombucha im Darm in Gang gesetzte Gärungsprozess sorgt für eine bunte Mischung an Bakterien, die sich förderlich auf zahlreiche Aspekte unserer Gesundheit auswirken, einschließlich Verdauung, Entzündungen und sogar Gewichtsverlust.

Antioxidative Eigenschaften

Wir alle benötigen eine gewisse Anzahl an Antioxidantien, um im Körper vorhandene freie Radikale zu bekämpfen.

Kombucha scheint antioxidative Wirkungen in der Leber zu entfalten, was wiederum die Organtoxizität verringert.

Wer selbst schon einmal Kombucha hergestellt hat weiß, dass dabei Bakterienstämme, Hefe und Zucker zu einem aus grünem oder schwarzem Tee bestehenden flüssigen Grundstoff hinzugegeben werden. Bei der Verwendung von grünem Tee kommen außerdem die gesundheitsfördernden Wirkungen dieses Tees mit ins Spiel.

In Studien konnte bewiesen werden, dass der regelmäßige Genuss von grünem Tee den Cholesterinspiegel verbessert, die Kontrolle des Blutzuckers unterstützt und das Risiko verschiedener Krebsarten bei Frauen und Männern verringert.

Wo liegt also das Problem?

Kombucha ist wohl eines der gesündesten und nachhaltigsten Getränke, vor allem wenn es hausgemacht ist.

Wie bei jedem Produkt, und vor allem bei jenen, die in Massenproduktion hergestellt werden, müssen die Verbraucher über den Fußabdruck informiert werden, die die Kombucha-Produktion an unserem Planeten und gegenüber den Menschen hinterlässt.

Welche durchdringenden Aspekte fallen Dir zum Thema Monokulturen ein?

Land und Wasser

Tee ist das am zweithäufigsten verwendete Getränk weltweit. Unter den mehr als 3.000 verschiedenen Teesorten, die es weltweit gibt, sind der grüne, schwarze, weiße und Oolong-Tee vorherrschend.

Der schwarze, grüne und Oolong-Tee wird aus den Blättern der gleichen Pflanze hergestellt, nämlich der Camellia sinensis. Somit konzentrieren sich die von den einzelnen Teebauern, Teemarken usw. angewandten Anbau- und Produktionsmethoden auf diese eine Pflanze.

Ähnlich wie bei anderen landwirtschaftlichen Kulturen braucht es für deren Produktion zwei grundlegende Elemente, nämlich Land und Wasser.

Da Tee ein Massenprodukt ist, verläuft auch sein Produktionsprozess hauptsächlich industriell. Jährlich werden mehr als 4 Millionen Tonnen Tee produziert. Wie alle Monokulturen, ist auch der Teeanbau mit Umweltauswirkungen verbunden.

Da für den Anbau von Nutzpflanzen große Flächen an Land benötigt werden, kommt es zur Veränderung zahlreicher Lebensräume, was sich wiederum negativ auf einheimische Tiere und Pflanzen auswirkt und letztlich zu einer Verringerung der Artenvielfalt führen kann.

Die Teeproduktion ist hauptsächlich in Asien, Indien und Afrika angesiedelt; und gerade in diesen Regionen sind die Folgen der Entwaldung zugunsten eines Monokultur-Teeanbaus besonders stark sichtbar.

Je mehr die Nachfrage nach Tee zunimmt, umso mehr Wälder werden abgeholzt und in Teeplantagen verwandelt.

Ist keine nutzbare Waldfläche mehr vorhanden, versuchen die Unternehmen verstärkt, von Privatpersonen Land abzukaufen. Das führt in der Folge dazu, dass die Bevölkerung in normalerweise sozioökonomisch schwachen Regionen Rechte an jenem Land verliert, das für sie eigentlich die Lebensgrundlage und Einkommensquelle darstellt.

Produktionsprozess

Darüber hinaus sind die auf Teeplantagen eingesetzten künstlichen Düngemittel und Pestizide mit dem Nebeneffekt einer Bodenschädigung verbunden, da diese starken Chemikalien in die Wasserwege gelangen und tief in die Bodenschichten eindringen.

Als Teil des Standardprozesses der Teeproduktion müssen die Blätter nach dem Pflücken getrocknet werden.

Die meisten Teeproduzenten und/oder Händler verwenden Holz oder Gas als Brennstoff zum Beheizen der Großöfen, in denen die Teeblätter getrocknet werden.

Daten der World Wildlife Foundation zufolge werden zwischen 1,5 und 2,5 Kilo Holz benötigt, um 1 Kilo Tee in Sri Lanka herzustellen. Die Umweltbehörden können nur schwer sicherstellen, dass das für den Trocknungsprozess verwendete Holz auch auf den Teeplantagen gewachsen ist und nicht aus einheimischen Wäldern stammt, was leider oftmals der Fall ist.

Arbeitsbedingungen

Der größte Teil der Teeproduktion ist sehr arbeitsintensiv. Bevor die maschinengesteuerten Prozesse beginnen können, müssen die meisten Teeblätter per Hand gepflückt werden.

In mehreren Berichten ist die wahre Situation auf den Teeplantagen ans Licht gebracht worden: In Indien müssen die Arbeiter z.B. mehr als 20 kg Teeblätter am Tag pflücken, und das für einen Lohn von 1 $. Das ist eindeutig unterhalb des Tariflohns, was wiederum den Teufelskreis der Armut weiter anheizt. 

Zwischen 75% und 80% der in der Teeernte beschäftigten Personen sind Frauen. Dies belegt, dass die Rechte der Frauen in diesem Arbeitsmarkt praktisch inexistent sind. Gleiches gilt für die Rechte der Kinder. Berichten zufolge waren 2006 in Uganda mehr als 40.000 Kinder zur Teeernte eingesetzt worden, und zwar zu einem Tageslohn von 0,30 $.

Kinderarbeit und Probleme bei der Überwachung und Umsetzung der Gesetze gegen derartige Praktiken sind in der Welt des Teeanbaus stark verbreitet.

Wissen ist Macht…

Das Verhalten von aufmerksamen und informierten Verbrauchern kann einiges bewirken. Möchtest Du wissen, wie man als Einzelperson etwas ausrichten kann?

Wenn Du zu jenen gehörst, die Kombucha selbst herstellen, dann kannst Du sichergehen, dass es sich um eines der gesündesten und nachhaltigsten Produkte handelt, das man selbst in geringer Menge erzeugen kann. Prima, mach‘ weiter so!

Solltest Du Kombucha im Laden kaufen, dann wäre es gut, wenn Du einige der obenstehenden Aspekte berücksichtigst, um das richtige Getränk von einem nachhaltigen und ethisch korrekten Hersteller oder Lieferanten zu finden und zu kaufen.

Um den Bogen zu schließen, solltest Du auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, Deinen Kombucha oder die Zutaten hierfür von Kleinhändlern oder direkt von den Landwirten zu beziehen. Oder versuch´ doch selbst kleine Mengen zuhause zu brauen!

Kleinanbieter, bei denen man per se davon ausgeht, dass sie nachhaltigere Produktionsmethoden anwenden, tragen zu einem Rückgang der Nachfrage nach Kombucha aus Massenproduktion bei. Sie sind auch in den Handelsmarkt gelangt und können dort sicherstellen, dass einheitliche Umwelt- und Arbeitsschutzbedingungen bei der Herstellung des Getränks zur Anwendung kommen.


Quellen
Bild

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2 Kommentare

  1. Jeni

    Da ich Kombucha immer als gesund wahrgenommen habe, habe ich mir tatsächlich kaum Gedanken um die eigentliche Herstellung gemacht. Vielen Dank für die Aufklärung!

    Antworten
    • Komoneed

      Bitte sehr… Unsere Aufgabe ist es, nicht nur zu informieren, sondern auch Anregungen zu geben und vor allem objektiv zu sein bei dem, was wir veröffentlichen.

      Antworten
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