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Individuelle, gesellschaftliche und städtische Mobilität

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06.27.2021

Die Fähigkeit eines Menschen, sich frei und problemlos fortbewegen zu können, ohne dabei die Gesundheit unserer Umwelt zu beeinträchtigen

Die Fortbewegung ist ein wesentlicher Bestandteil unseres alltäglichen Lebens und ein Grundpfeiler für das Funktionieren der Gesellschaft allgemein.

Wir Menschen sind täglich auf verschiedene Transportmittel angewiesen, um von A nach B zu gelangen.

Die Gesellschaft hängt wiederum von der Fähigkeit der Menschen ab, sich fortzubewegen, um somit Steuereinnahmen erzielen, Güter und Dienstleistungen liefern und das Wirtschaftswachstum auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene fördern zu können.

Die Menschheit hat dabei eine lange Entwicklung vorzuweisen: Angefangen von Fortbewegungsmitteln mit niedrigen Kohlenstoffemissionen, wie Pferde und Fuhrwerke, bis hin zur Überproduktivität des 21. Jahrhunderts, die zu einer immer schnelleren Bewegung geführt hat und unsere Umwelt entsprechend stark strapaziert.

Den von World Wildlife Foundation International erfassten Daten zufolge „stellt der Personen- und Güterverkehr heutzutage eine der größten Herausforderungen für die Städte dar, da er mehr als ein Drittel  der weltweiten Kohlendioxidemissionen verursacht.“

Eurostat belegt, dass 23,5 Gigatonnen der Emissionen von Treibhausgasäquivalenten in der Europäischen Union auf den Transportsektor zurückzuführen sind.

Aus diesem Grund wird die stärkere Berücksichtigung der Entwicklung und der Gestaltung der Bauleitplanung und der vielseitigen städtischen Infrastruktur zu einer immer höheren politischen Priorität, um letztlich die Nachhaltigkeit der Bevölkerungsmobilität sicherzustellen.

Aus Sicht der Nachhaltigkeit führt diese übermäßige Mobilität zu einmaligen Herausforderungen, bietet aber auch zu eine Chance zur Veränderung und Anpassung für die Gesellschaften in aller Welt, wofür es jedoch eines grundlegenden Bewusstseinswandels und veränderter Verhaltensweisen bedarf.

Diese riesige Aufgabe wird von Smart Cities in Angriff genommen.

Es handelt sich um ein relativ neues Konzept, durch das verschiedene über öffentlich-private-Partnerschaften bereitgestellte Transportformen miteinander integriert werden sollen, um einen Lösungsansatz für Mobilitätsprobleme aufzuzeichnen. Smart Cities legt dabei besonderes Augenmerk auf Themen wie Flexibilität, Effizienz, Integration, saubere Technologien und Sicherheit.

Paradigmen, die sich dank der Initiative von Smart Cities im Wandel befinden:

Teilen statt besitzen

Dieser neue Megatrend des Teilens anstatt Besitzens verdeutlicht wie wichtig Verkehrsverlagerungen für Städte sind, um Sharing-Modelle zu ermöglichen.

Das neue Statussymbol lautet offensichtlich mehr Freiheit anstatt Besitz.

Viele Menschen, vor allem der jüngeren Generationen, haben erklärt, dass sie lieber ‚Zugang‘ zu einen Auto haben möchten, anstatt eins zu ‚besitzen‘.

Ein riesiger Bewusstseinswandel, vor allem im Westen, wo eine übermäßige Abhängigkeit vom eigenen PKW besteht.

Die meisten Menschen sind Besitzer eines PKW. Ein Durchschnittshaushalt verfügt mindestens über zwei Autos. Obgleich es sich um das dominante Transportmittel handelt, führen PKWs auch zu zahlreichen Problemen im Zusammenhang mit Stau, Luftverschmutzung, schlechter Luftqualität, fehlenden Parkmöglichkeiten, zusätzlichen Kosten, usw.

Auch wenn es oftmals übersehen wird, feiert das altbewährte Fahrrad sein Comeback.

Paris, Frankreich, eine der größten Städte der Welt, die einer großen Einwohnerzahl und einer aufstrebenden Tourismusindustrie Herr werden muss, hat gezeigt, wie das Konzept des Transport-Sharings funktionieren kann, ohne dass dadurch die Produktivität beeinträchtigt wird.

Mit der Unterstützung seines starken privaten Sektors hatte Paris 2007 einen Transport-Sharing-Dienst eingeführt, der heute aus der lokalen Szene nicht mehr wegzudenken ist. Velib

Velib, das Bike-Sharing-System der Stadt, kann auf einen großen Bestand (ca. 23.000) elektrischer und nicht elektrische Fahrräder verweisen, die an einer der zahlreichen überall in der Stadt und in den umliegenden Gemeinden installierten Fahrradmietstationen zu finden sind.

Die Bürger können jederzeit ein Fahrrad nutzen. Sie zahlen entweder einen nominalen Preis (je nach Benutzungsdauer) oder, besonders regelmäßige Nutzer, ein Abo. Eine nur kurze Benutzungsdauer ist kostenlos.

Das ist erschwinglich und vollkommen angemessen, auch angesichts der Tatsache, dass die durchschnittliche Entfernung, die ein Stadtbewohner (je nach Wohnort) von seiner Wohnung bis zur Arbeit zurücklegt, weniger als acht Kilometer beträgt.

Darüber hinaus ist das Ganze mit erheblichen jährlichen Kosteneinsparungen für uns als Bürger verbunden. Wir müssen somit unser hart verdientes Geld nicht weiter für Treibstoff, Mautgebühren und Parkplätze hinblättern.

Intelligente Elektrofahrzeuge

Jahre 2011 wurde in Paris Autolib, ein Sharing-Service für Elektrofahrzeuge eingeführt.

Die im Velib-System verwendeten Fahrräder wurden hierbei durch kleine, effiziente Elektrofahrzeuge ersetzt, die auch für längere Wege geeignet waren. Das war die Grundidee des Autolib-Fahrgemeinschaftsmodells.

Leider musste Autolib seinen Betrieb 2018 einstellen. Infolge der fehlenden Unterstützung seitens der lokalen Verwaltung und der geringen Benutzung durch die Bürger war das Geschäft nicht länger nachhaltig.

Dafür dass es eine der ersten Erfahrungen dieser Art weltweit gewesen ist, hat dieses Modell unsere Anerkennung verdient. Das Konzept diente als Vorbild für ähnliche Initiativen in anderen Teilen der Welt.

Das Autolib-Experiment hat die weltweite Aufmerksamkeit auf den verstärkten Einsatz von Elektrofahrzeugen, sauberer Technologie und mit KI ausgestatteten Car-Sharing-Diensten gelenkt. Heute sehen wir derartige Beispiele u.a. in Singapur mit BlueSG, in den Vereinigten Staaten mit Zipcar und in Australien mit GoGet.

In Paris geht das Fahrrad-Sharing-System weiter und Velib ist erfolgreich. Der aktuelle Erfolg von Zity oder Free2Move beweist, dass Autolib eine großartige Idee war, die jedoch damals nicht verstanden wurde.

Schau Dich in Deinem Umfeld um und erkundige Dich, welche ähnlichen Modelle angeboten werden…. und probier´ sie aus!

Wenn Du auf Reisen bist, erkundige Dich an Deinem Reiseziel und erlebe es auf eine ganz neue und nachhaltige Art und Weise.

Das Goldene Zeitalter der Bahn

Dafür könnten wir COVID-19 regelrecht dankbar sein.

Aufgrund des weltweiten Einbruchs der Nachfrage nach Schienenverkehr sah sich die Transportindustrie in vielen Ländern in der Pflicht, den öffentlichen Schienentransport zu überdenken und zu versuchen, ihm neue Impulse zu verleihen.

Dabei wurden u.a. folgende Aspekte überarbeitet:

  • Kapazitätenplanung, Ermöglichen eines komfortablen Reisens mit mehr Platz und verbessertem Zugang
  • Elektronische Fahrkarten, Abschaffung der Notwendigkeit des Berührens von Fahrkartenautomaten oder des Anstehens am Fahrkartenschalter
  • Dynamische Fahrplanerstellung, durch die Züge nach Bedarf eingesetzt werden, anstatt nach einem festen Fahrplan zu verkehren.

Die weltweit führende Nation in Sachen Schienentransport ist derzeit Japan.

Der Japanischen Bahngesellschaft  ist es gelungen, sich an das Bevölkerungswachstum anzupassen und ein nahtloses, sauberes und beeindruckend pünktliches Transportsystem aufzubauen, das Verbindungen innerhalb von Städten, zwischen Städten und in alle Regionen des Landes ermöglicht.

Es ist kein Zufall, dass Japan unter den Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung derzeit ein Bruttoinlandsprodukt mit einer der geringsten Verschmutzungsquote aufzuweisen hat.

Ein durchaus erstrebenswertes Ziel, vor allem wenn man berücksichtigt, dass 70% der in der Europäischen Union freigesetzten Schadstoffe auf den Transport zurückzuführen sind. Infolgedessen gelingt es vielen europäischen Ländern nicht, die Luftqualitätsnormen zu erfüllen.

Das führt sogar so weit, dass die Luftverschmutzung heutzutage das größte Umweltrisiko für die öffentliche Gesundheit in Europa darstellt und jährlich ca. 400.000 frühzeitige Todesfälle zu verantworten hat.

Wenn sie die Grundlagen schaffen, würdest Du Dich dann anschließen?

Obgleich es sich um einen noch relativ neuen Bereich handelt, kommen fast täglich zahlreiche Innovationen in der nachhaltigen Mobilitätsbranche und in Verbindung mit Smart Cities auf, die den Bedürfnissen der Stadtbewohner, der Pendler (also jener Menschen, die in ländlicheren Gebieten leben und zum Arbeiten in die Stadt fahren) sowie den Reisenden gleichermaßen gerecht werden.

Die öffentliche Wahrnehmung und Unterstützung für derartige Entwicklungen ist jedoch entscheidend für deren Erfolg.

Wenn wir unsere Entscheidungen hinsichtlich der Fortbewegung jeweils genau überdenken, können wir unseren Regierungen zu verstehen geben, dass öffentliche Investitionen in nachhaltige Mobilitätsformen eine breite Unterstützung in der Bevölkerung finden. Tragen wir durch unsere Fortbewegung zur Gesundung der Umwelt bei!

Welche Verkehrsmittel sind für Dich die passenden? Welche würdest Du gern ausprobieren? Nicht nur das Reiseziel, sondern die gesamte Reise zählt.

 

Quellen:
Bilder:

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Heutzutage wird viel über Nachhaltigkeit im Finanzsystem diskutiert – es scheint ein wichtiges Thema zu sein, da Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen davon sprechen.

2 Kommentare

  1. Viktoria S.

    In der Mobilitätsbranche tut sich scheinbar echt viel, sehr spannendes Thema! Bloß viel zu oft werden neue Verkehrsmittel (wie Tier, Lime etc.) schlecht behandelt, und halten einfach nicht so lange..

    Antworten
    • Komoneed

      Vielen Dank, Viktoria. Leider ist das, was Du sagst, wahr

      Antworten
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