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Nachhaltiges Reisen

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05.10.2021

Eine nachhaltige Lebensweise geht mit einer konsequenten Einstellung einher, auch dann, wenn wir in der Welt unterwegs sind.

Reisen ist eine der bereicherndsten Erfahrungen, die wir in unserem Leben machen können. Es bringt uns mit der Essenz der Vielfalt in Kontakt, gibt uns die Möglichkeit zur Interaktion mit Menschen in aller Welt, lässt unseren Abenteuergeist erwachen und verhilft uns zur Selbstbesinnung.

Trotz allem ist Reisen aber auch ein Wirtschaftsfaktor.

Die Reiseindustrie erwirtschaftet Gewinne für Unternehmen, schafft Arbeitsplätze und trägt zum Wohlergehen der Menschen bei. Sie kann aber auch zu einer übermäßigen Kommerzialisierung und zu umweltschädigenden Praktiken führen.

Bis 2030 werden auf den Tourismus zurückzuführende transportbedingte Emissionen voraussichtlich 5,3% aller vom Menschen hervorgerufenen CO2-Emissionen ausmachen. Dies entspricht einem Anstieg von 1.597 Millionen Tonnen CO2 im Jahre 2016 auf 1.998 Millionen Tonnen bis 2030.

Der Tourismus als Wirtschaftssektor stellt darüber hinaus eine beachtliche Belastung einheimischer Wasser- und Energieressourcen dar und hat einen erheblichen Anteil an der Entstehung von Abfällen und Verschmutzung weltweit.

Der in den Unterkünften von uns verbrauchte Strom, die verwendeten Transportmittel und die verzehrten Lebensmittel können, vor allem an stark frequentierten Urlaubszielen, lokale Ressourcen erschöpfen.

Durch einfache Veränderungen in unserer Art des Reisens können wir die lokale und globale Nachhaltigkeit fördern und die negativen Nebenwirkungen unserer Reise so gering wie möglich halten, was letztlich sowohl den Gastgebern als auch den Gästen zugute kommt.

Was ist also genau ‚nachhaltiges Reisen oder ‚nachhaltiger Tourismus?

Die Welttourismusorganisation der UNO definiert nachhaltigen Tourismus wie folgt:

“Ein Tourismus, der die gegenwärtigen und zukünftigen ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen vollumfänglich berücksichtigt und die Bedürfnisse der Besucher, der Industrie, der Umwelt und der Einheimischen integriert.”

Es gibt viele weitere Aspekte des nachhaltigen Reisens und damit verbundene Schlagwörter, wie z.B. Ökotourismus oder regeneratives Reisen, von denen wir sicher auch schon gehört haben.

Jede Art des nachhaltigen Tourismus verfolgt ein spezielles Ziel:

  • Ökotourismus: “Ökotourismus ist eine verantwortungsvolle Form des Reisens in naturnahe Gebiete, die die Umwelt schützt, zum Wohlergehen der ansässigen Bevölkerung beiträgt sowie Naturvermittlung und Bildung umfasst”
  • Regenerativer Tourismus: Der regenerative Tourismus gilt als nächster Schritt in Sachen nachhaltiges Reisen. Hierbei wird der Tourismus über finanzielle Gewinne hinaus nach einem holisitischen Ansatz bewertet, bei dem die ansässige Bevölkerung, die Ökosysteme, natürlichen Ressourcen, Gemeinschaften, kulturellen Traditionen und die geschäftliche Infrastruktur mit berücksichtigt werden.

Ein zentraler Punkt sind jedoch wir selbst. Wir sind aufgerufen, unser eigenes Reiseverhalten unter die Lupe zu nehmen und dazu beizutragen, die Tourismusbranche zu einem ganzheitlichen und bewussteren Handeln zu bewegen.

Wie können wir dieses Ethos bei unseren Reisen umsetzen? Nachfolgend haben wir einige Tipps zusammengestellt

… Lass´ Dein Geld den Einhemischen zugute kommen…

Bei unserer Verpflegung, Unterkunft oder unseren Aktivitäten sollten wir versuchen, stets auf einheimische Produkte, Anbieter und Dienstleistungen zu setzen.

Eine Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen ist zu dem Schluss gekommen, dass pro 100,00 $, die ein Tourist während seines Urlaubs in einem Entwicklungsland ausgibt, lediglich 5,00 $ in den einheimischen Gemeinschaften verbleiben.

Das verdeutlich die sogenannte ‚Sickerrate‘, die sogar bis zu 95% betragen kann.

Die somit „versickerten“ Dollars der Touristen gehen also nicht an die Gemeinschaften vor Ort, sondern an ausländische Reiseveranstalter, kommerzielle Hotelketten, Fluggesellschaften bzw. werden für den Import von Getränken und Lebensmitteln usw. eingesetzt.

Wenn wir jedoch auf lokalen Märkten anstatt in Großmärkten einkaufen und in lokalen Restaurants essen gehen, stellen wir sicher, dass unser ausgegebenes Geld in die lokalen Gemeinschaften zurückfließt und somit lokale Unternehmen unterstützt und ein Beitrag zur Entwicklung der lokalen Wirtschaft geleistet wird.

Entscheide dich also für alternative Unterbringungsmöglichkeiten oder die Übernachtung bei Familien vor Ort anstatt eines Aufenthalts in Hotelketten oder Ressorts.

AirBnB ist ein wunderbares Tool, das uns direkt mit Anbietern von Unterkünften vor Ort in Verbindung bringt und sicherstellt, dass unser Geld auch bei ihnen verbleibt.

Wenn wir zusammen mit den Einheimischen leben und somit vom überaus konventionellen Massentourismus abkommen, kann unser Geld für die Entwicklung der lokalen Gemeinschaften eingesetzt werden.

… In der Ruhe liegt die Kraft…

Viele Menschen verreisen, um Abstand von der Hektik unserer Gesellschaft und unseres Alltags zu gewinnen. Versuche auf Reisen einen Gang herunterzuschalten und widerstehe der Versuchung, den Reiseplan zu voll zu packen.

Es ist besser, länger an einem Ort zu verweilen, anstatt von einem Ort zum anderen zu hetzen, ohne die Möglichkeit zu haben, die Umgebung richtig wahrzunehmen.

Wenn man an einem festen Ort bleibt, kann man diese Region, die Kultur oder das Land viel intensiver erleben.

Letztlich tragen wir somit fast unbemerkt dazu bei, dass unser Geld für die Unterstützung der lokalen Gemeinschaften eingesetzt wird und Ressourcen in größeren Städten und in Transportinfrastrukturen geschont werden. Und je weniger wir uns mit Verkehrsmitteln fortbewegen, umso besser ist unsere eigene Klimabilanz.

Flugzeuge und Autos sind die Hauptverursacher von Kohlendioxidemissionen. Es empfiehlt sich, stets Direktflüge zu wählen, anstatt unnötige Zwischenlandungen im Flugplan zu haben.

Reiseziele, die nah beieinander liegen, können mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie z.B. Zug oder Bus erreicht werden.

… Auf eine bewusste Planung kommt es an…

Ohne auf Abenteuer und Spontaneität bei unseren Reisen verzichten zu müssen, kann eine grobe Vorstellung hinsichtlich unseres Reiseziels und der Verkehrsmittel von entscheidender Hilfe sein.

Eine Fahrt von Berlin nach Mailand mit EurRail

ist eine viel umweltfreundlichere Option als fliegen, obgleich dies für eine Reise von Berlin nach Madrid nicht zutreffen würde.

Der World Travel and Tourism Council (WTTC) hat hervorgehoben, wie wichtig es ist, dass die Menschen verstehen, welche Umweltauswirkungen sie hinterlassen und wie viel Wasser und Strom sie verbrauchen bzw. wie viel Abfall sie erzeugen sollten, um in einem angemessenen Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung zu stehen.

Wenn wir voller Vorfreude unsere nächste Reise planen oder unsere Vorstellungen dazu entwickeln, könnten wir auf einen der zahlreichen Kohlenstoff-Footprint-Onlinerechner zurückgreifen, um zu sehen, welchen Fußabdruck unsere Reisen hinterlassen. Vielleicht denken wir dann an der einen oder anderen Stelle um.

Dabei können wir ggf. auf ein alternatives Reiseziel stoßen, das wir bis dato nicht in Erwägung gezogen haben. Es öffnen sich unzählige neue Möglichkeiten.

Einer im Jahre 2020 von Booking.com durchgeführten Umfrage zufolge ziehen 54% der befragten Reisenden sogenannte Second-Cities vor touristisch überlaufenden Städten vor. 51% wären bereit, eine Großstadt gegen ein ähnliches Reiseziel einzutauschen, wenn dies mit geringeren Folgen für die Umwelt verbunden ist.

… Ökotourismus als Alternative zum herkömmlichen Tourismus…

Mit mehr als 1,4 Milliarden Reisenden pro Jahr werden Großstädte noch dichter besiedelt und immer stärker überlaufen.

Der Ökotourismus ist hingegen eine Alternative. Es handelt sich um eine ökologisch nachhaltige Art des Reisens, bei der das Hauptaugenmerk auf dem Erleben von Naturräumen und der Förderung des Verständnisses für Umwelt und Kultur liegt.

Warum sollte man nach Santa Lucia oder Jamaika fliegen, um Golf zu spielen (ein normaler Golfplatz in den Tropen verbraucht die gleiche Menge an Wasser wie 60.000 Dörfer), wenn man mit einem Bambusfloss die Blue Lagoon durchqueren oder in den Blue Mountains wandern kann, um die Umwelt weniger zu beeinträchtigten?

Der Ökotourismus bietet darüber hinaus die Möglichkeit, die Einheimischen zu unterstützen, die als Anbieter derartiger Leistungen das traditionelle Wissen zur Erhaltung der Umwelt einsetzen und es an die Besucher weitergeben.

Anders reisen. Nachhaltig reisen. Gut reisen.

  • Was ist Dein nächstes Reiseziel?
  • Wie möchtest du an diesen Ort gelangen?
  • Welche nachhaltigen Reisegewohnheiten möchtest du einführen, um Deine nächste Reise aus guten Gründen unvergesslich zu machen?
Sources
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  • Pixabay

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