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Lebensmittelverschwendung ist (k)eine Option

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04.05.2021

Essen ist der Faktor, den wir alle auf der ganzen Welt gemeinsam haben. Es verbindet uns, bringt uns zusammen, differenziert uns und macht uns einzigartig.

Es vermittelt uns Geschmäcker und Aromen, Erfahrungen, die zu Erinnerungen werden. Ah, und nicht zuletzt, es erlaubt uns zu leben. Es ist unser Treibstoff, unsere Energiequelle. Das war schon immer so, und es ist Teil unserer Evolution und unseres Gehirns.

Ist die Zeit gekommen, an unsere tiefsten Konsumgewohnheiten zu denken?

Nahrung ist unser Lebens- und Entwicklungsunterhalt, aber schenken wir ihr auch die Aufmerksamkeit, die sie verdient? Haben wir jemals darüber nachgedacht, welche Prozesse hinter dem stehen, was wir essen, woher es kommt oder was es bedeutet, Lebensmittel wegzuwerfen?

Es wäre wichtig, es zu tun. Im Jahr 2019 wurden 17% aller verfügbaren Lebensmittel für den menschlichen Konsum weggeworfen, laut den UN Environment Programme’s (UNEP) Food Waste Index Report 2021.

Rund 931 Millionen Tonnen, davon 61 % aus Haushalt, 26 % aus der Gastronomie und 13 % aus dem Einzelhandel.

Reste vs. Hunger

Irgendetwas hört sich nicht richtig an. Wie ist das Wegwerfen von Lebensmitteln möglich, in einer Welt, in der im Jahr 2019 690 Millionen Menschen unterernährt waren? Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (siehe die Grafik unten) entspricht diese Situation 8,9 % der Weltbevölkerung. Wir sprechen über dieselbe Welt, in der etwa 21-37 % der gesamten Treibhausgasemissionen (THG) aus dem Ernährungssystem kommen (Intergovernmental Panel on Climate Change).

Wir brauchen Essen um zu leben, wir schätzen es aber nicht.

Wir wissen, dass es falsch ist, Lebensmittel wegzuwerfen. Aber wie viele von uns unternehmen etwas, um das zu vermeiden? Überlege einmal, ob Du oder irgendein Familienmitglied in den letzten Wochen Essensreste weggeworfen hat, die schlecht geworden sind, oder die unten im Kühlschrank vergessen wurden. Wahrscheinlich gibt es hier ein Dominoeffekt, da dieses im Haus Deines Nachbarn und beim Nachbarn Deines Nachbarn passiert.

Der Weg dieser Lebensmittel beginnt mehrere Schritte zurück und setzt wahrscheinlich Ressourcen und Menschen ein, damit diese auf unserem Teller landen. Wenn wir uns dieser Schritte bewusster werden, können wir mehr und mehr verstehen, was wir essen und was das alles bedeutet.

Was können wir tun, um dies zu ändern? Anbei einige Tipps (sieben!), wie wir wieder mit dem Essen Verbindung aufnehmen können.

Versuche…

…Deine Mahlzeiten zu organisieren. Investiere Zeit

Bevor Du einkaufen gehst, schreibe auf, was Du brauchst. Nimm Dir Zeit dafür. Du kannst es sogar auf Deinem Handy machen, um Papier zu vermeiden.

Berechne auch, wie viele Personen essen werden. Organisier im Voraus alle Mahlzeiten, die du  servieren willst, um unnötige und impulsive Einkäufe zu vermeiden.

Falls Du Bio-Reste in schlechtem Zustand hast, kompostiere alles, was übrig bleibt. Das ist eine großartige Möglichkeit, dem Boden Nährstoffe zurückzugeben und Deinen Kohlenstoff-Fußabdruck zu reduzieren.

…Deine lokalen Bauern zu unterstützen

Es gibt nichts Besseres, als zurück zu den eigenen Wurzeln zu gehen und frische Lebensmittel zu kaufen, die in Deiner Gemeinde geerntet werden.

Wenn Du lokal einkaufst, hilfst Du Familien und kleinen Produzenten, die Dein Essen viel mehr respektieren als die großen Supermarktketten.

So kannst Du nicht nur Produkte essen, die ohne synthetische Düngemittel und Pestizide angebaut werden, sondern förderst auch die Kreislaufwirtschaft dort, wo Du lebst. Eine Win-Win-Situation für alle.

Unsere lokalen Produzenten zu unterstützen und zu kennen, schafft ein gesundes Gleichgewicht, bei dem weniger Emissionen und weniger Abfall entstehen. Du kannst Deine lokalen Märkte im Internet finden, wie zum Beispiel Mercalisto oder Marktgilde.

…Deine Reste nicht zu vergessen

Du kannst mit Resten kreativ werden und neue Gerichte erfinden. Denk Dir neue Kombinationen mit Resten von verschiedenen Tagen aus, um Wiederholungen von Mahlzeiten zu vermeiden. Stimuliere Deine Fantasie, finde Deinen inneren Koch. Entdecke diese Reste-Rezepttipps bei Love Food Hate Waste.

Außerdem kannst Du in Läden gehen oder online bei Shops wie Sirplus einkaufen, die überschüssige Lebensmittel retten und verkaufen, die kurz vor oder nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) sind oder nicht den Standards entsprechen.

…Deinen Kühlschrank sinnvoll zu benutzen

Organisiere Deinen Kühlschrank so, dass die ältesten Produkte vorne stehen und die neuen hinten. Auf diese Weise vergisst du nicht die Produkte, die meistens übersehen und schlecht werden, bevor man sie benutzt.

Wenn Du zu viel gekauft hast und weißt, dass Du das Ganze nicht sofort brauchst, lege es einfach in den Gefrierschrank. Mach das am Anfang, bevor das Essen im Kühlschrank vergessen wird.

Putze das Gemüse, sobald Du es gekauft hast. Versuche, es geschleudert und trocken zu lagern. Wenn Du Tupperware® oder andere Aufbewahrungsboxen hast, bewahre Deine Produkte dort auf, damit sie sich im Kühlschrank länger halten. So verhinderst Du, dass sie schnell schlecht werden (Salat-Verbraucher, wissen sicher, was wir meinen).

Um dieses Kapitel abzuschließen: Mit Früchten, die schlecht werden, kann man leckere Smoothies oder Säfte schaffen. Zum Beispiel, mit Bananen.

…Nicht über das Essen urteilen

Leider gelten die Schönheitsstandards auch für Lebensmittel. Werfe kein Obst und Gemüse weg, das eine andere Form als gewöhnlich hat. Beurteile sie nicht nach ihrem Aussehen, sie schmecken genauso gut wie die üblichen! Und wie dieser FAO Artikel meint, “Schönheit (und Geschmack!) sind im Inneren”. Merke Dir das!

Schau Dir an, wie sogar eine große französiche Supermarktkette diese Kampagne vor ein paar  Jahren gestartet hat.

…Lebensmittel zu sparen, Menschen zu helfen

Du kannst auch dazu beitragen, Lebensmittel an lokale NGOs zu spenden oder ihnen mit einer monatlichen Spende zu helfen. Webseiten wie Tafel in Deutschland informieren über mehr als 900 Lebensmittelspenden- und Ausgabestellen für Menschen in Not. Probiere es aus!

…Dein eigenes Essen anbauen

Hast Du schon Mal selbst angebautes Obst probiert? Hast du den Geschmacksunterschied zu den Produkten aus dem Supermarkt bemerkt? Nun, zusätzlich zu den ernährungsphysiologischen Qualitäten ist das Anlegen eines eigenen Gemüse- und Obstgartens eine tolle Option, um Deine Essgewohnheiten Zuhause neu zu gestalten.

Außerdem, wenn Du Kinder hast, gibt es keine bessere Aktivität als mit ihnen zu pflanzen und in der Erde zu wühlen! Wenn Du nicht weißt, wie man einen Gemüsegarten anlegt, gib einfach “Wie baut man ein Gemüsegarten” in YouTube ein und lass Dich überraschen. Lasst uns ernten!

Wenn Du also das nächste Mal einen Teller vor Dir hast, denke daran: es ist nicht nur Essen, es ist ein Privileg.

 

Quellen:
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