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Wieso ist es so schwierig, nachhaltige Verpackungen zu erstellen?

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11.05.2021

Da Nachhaltigkeit – in der breitesten Definition – eine immense Herausforderung darstellt, die aktuell als auch zukünftig durchgängig angegangen werden muss, wollen Verbraucher nicht nur nachhaltigere Produkte, sondern auch Verpackungen.

Häufig ist Plastik als eine der Hauptursachen für Umweltprobleme benannt – sogar Gesundheitsrisiken werden durch Plastikmüll ausgelöst.

Im Jahr 2018 hat die Europäische Union allein bereits viele Millionen Tonnen an Plastikverpackungsabfall verursacht.

Von den vielen Mitgliedsstaaten war Deutschland das Land mit der größten Menge an Plastikmüll: ca. 3,2 Millionen Tonnen wurden generiert. Danach folgten Großbritannien, Frankreich und Italien.

Im Jahr 2016 lag die Menge an Plastikverpackungsmüll pro Kopf bei 38 Kilogramm, und damit lag Deutschland auch hier weit oben. Nur Luxembourg, Irland und Estland hatten höhere pro Kopf Zahlen. Zum Vergleich: der europäische Durchschnitt lag bei 24 kg im gleichen Jahr.

Graphik zu den Mengen an Plastikverpackungsabfall in Tausend Tonnen pro Land in der EU, 2018

Wenn es um Verpackungen geht, ist eine der größten Nachhaltigkeitsprobleme die Behandlung oder Verwertung, nachdem das Produkt konsumiert wurde. In anderen Worten, was passiert mit dem Verpackungsmaterial, sobald es seinen Zweck erfüllt hat?

Wenn man nur den Plastikverpackungsmüll in der EU betrachtet, bleibt die Recycling-Rate eher niedrig, trotz des Wachstums zwischen den Jahren 2010 und 2018 in den meisten Mitgliedsstaaten.

Litauen ist eins der EU-Länder mit der höchsten Recycling-Quote in 2018, diese lag bei 69,3%.

Deutschland hat zwar eine der höheren Raten an Recycling für Plastikabfall in Europa, diese ist allerdings etwas gesunken zwischen 2010 und 2018: im Jahr 2018 betrug sie 47,1%.

Plastikmüll landet häufig in Abfalldeponien, Flüssen und Ozeanen – dort schadet es dem Wildleben, der Wasserqualität und schlussendlich auch der Gesundheit der Konsumenten.

Daher achten mehr und mehr Personen auf die Verpackungen der Produkte, die sie kaufen:

In Frankreich im Jahr 2020 wurden Konsumenten gefragt, ob sie sich aktiv bemühen, ihren Plastikkonsum zu reduzieren, und 70% der Befragten stimmten damit (stark) überein.

Umfrage von französischen Konsumenten zu ihrem Verhalten zu Plastikverpackungen, 2020

Es ist nun klar, wie die Menge an Verpackungsabfall und die unzureichenden Recycling-Raten zusammen ein dringendes Problem kreieren – eins, das Unternehmen erwartet werden zu lösen.

Konsumenten sind sich größtenteils des Problems bewusst, und fragen nach besseren Lösungen. Insbesondere Plastik hat einen schlechten Ruf bekommen, wenn es um Nachhaltigkeit geht.

Allerdings muss auch angemerkt werden, dass Plastik nicht der Teufel ist, als der es oft dargestellt wird. Tatsächlich besitzt Plastik viele sehr nützliche Eigenschaften, und kann in manchen Fällen das nachhaltigere Material sein. Zum Beispiel ist es leichter und verursacht damit weniger Emissionen bei den Transportwegen. Die Produktion von Plastik ist günstig, und bedarf weniger Energie als Glas, und kann auch eingesetzt werden, um Lebensmittel länger haltbar zu machen, wodurch wiederum Verschwendung reduziert wird.

Der beste Weg, um zu erfahren, welches Material für welches Produkt die bessere Wahl ist, ist eine Lebenszyklus-Analyse, bei der alle Schritte des Produktes bedacht werden.

Trotzdem ist es offensichtlich, dass die Menge, die wir an Plastik produzieren und verwenden nicht nachhaltig ist – große Änderungen sind notwendig, wenn wir die Gesundheit von unserem Planeten und uns selbst absichern wollen.

Aber wie können Unternehmen wirklich umweltfreundliche Verpackungen kreieren, und gleichzeitig relativ niedrige Preise beibehalten?

Lasst uns ein Beispiel von Colgate-Palmolive betrachten: In Frankreich hat das Unternehmen Ploof by Ajax in den Markt eingeführt. Im Gegensatz zu konventionellen Produkten, kaufen Verbraucher eine Sprühflasche, die sie zu Hause mit Wasser füllen, und fügen dann eine Tablette ein, wodurch der Ajax Mehrzweckreiniger erstellt wird. Die Tabletten sind in Papier verpackt, und die Sprühflasche ist wiederverwendbar.

Dieser DIY-Ansatz mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit gewinnt an Popularität, und zahlreiche Unternehmen bieten ähnliche Produkte in verschiedenen Bereichen an. Start-ups sowie große Unternehmen übernehmen solche Strategien, und vermarkten die Produkte als Abfall-reduzierende Lösungen. In Deutschland gibt es beispielsweise die Start-ups everdrop und Blaue Helden.

Ploof by Ajax: ein Beispiel für den DIY-Ansatz bei Reinigungsprodukten, von Colgate-Palmolive

Zusätzlich zu den vorher genannten Optionen, erhöhen viele Produzenten die Recycling-Fähigkeit ihrer Produkte, reduzieren den Plastikanteil in ihren Verpackungen und übernehmen Kreislaufwirtschafts-Ansätze.

Ein weiteres interessantes Beispiel ist  CartoCan®  liquid, ein komplett integriertes aseptisches Verpackungssystem. Es ist aus erneuerbaren Ressourcen hergestellt, verspricht den geringsten CO2-Fußabdruck und eine hohe Recyclingfähigkeit.

Selbstverständlich sind Verpackungen nur ein Teil der vielschichtigen Herausforderungen, die Nachhaltigkeit mit sich bringt. Trotzdem ist es ein wichtiger Punkt, und einer, den man nicht ignorieren kann, wenn man wirklich nachhaltig leben will.

Sich vegan ernähren, Proteste für mehr Klimamaßnahmen besuchen, … – all dies sind großartige Mittel, um unsere persönlichen Auswirkungen zu verbessern. Allerdings sollten wir all unsere Verhaltensweisen beachten, und wie diese den Planeten beeinträchtigen.

Natürlich gibt es immer Kompromisse, aber wir müssen konsistent bleiben in unseren Ansichten und Verhaltensweisen.

Daher – fang an, zu recherchieren und weitere nachhaltige Optionen für Verpackungen zu finden!

Die vorher genannten Beispiele sind nur die Spitze des Eisbergs, es gibt zahlreiche weitere innovative Ideen.

Wie bei den meisten Themen, sind auch nachhaltige Verpackungen überaus komplex. Man muss sich bewusst sein, dass ein Produkt viele verschiedene Lebenszyklus-Phasen hat, und manche wirkungsvoller sind als andere.

Dieser Artikel des Monats handelt von der Nachhaltigkeit bei Verpackungen – werde ein Mitglied der Komoneed Gemeinschaft, um mehr über nachhaltige Lifestyles zu lernen. Schreib außerdem gerne einen Kommentar, und beantworte die folgenden Fragen:

  • Hast du schon vorher über die Nachhaltigkeit von Verpackungen nachgedacht? Und versuchst du aktiv, deinen persönlichen Fußabdruck in dem Bereich zu verbessern?
  • Was sind ein paar der Probleme, die es dir erschweren, nachhaltige Entscheidungen zu treffen?
  • Welche Unternehmen kennst du, die interessante Innovationen in ihren Verpackungen ausprobieren?
  • Welche Tipps würdest du den Komoneed-Mitgliedern geben, um ein verantwortungsvollerer Verbraucher zu sein?

Sources

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2 Kommentare

  1. Hannah

    Mir fällt es nicht leicht zu entscheiden, welche Verpackung wirklich besser ist. Glas, Pappe, Plastik… Es ist sehr verwirrend, aber scheinbar geht es Unternehmen ja auch teilweise so. Idealerweise gäbe es komplette Klarheit, aber das ist wohl unerreichbar.

    Antworten
    • Komoneed

      Vielen Dank, Hannah! Darüber hinaus sind auch die Recyclingverfahren verwirrend und schwer nachvollziehbar. Du kannst diesen Artikel lesen.

      Antworten
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