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Die hybride Heuchelei

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06.14.2021

Ein Beispiel des Greenwashings?

Während die Nachfrage nach elektrischer Mobilität wächst, sind Hybrid-Elektrofahrzeuge definitiv eine zunehmend beliebtere Wahl.

Aus Sicht des Marketings werden sie von Herstellern als die “grüne Option” dargestellt, verglichen mit klassischen Kraftfahrzeugen. Gleichzeitig nutzen Konsumenten oft die Steuer-Vorteile, die in einigen Ländern bestehen. Außerdem profitiert oft durch den Kauf eines Hybrid-Elektrofahrzeugs das gute Gewissen.

Aber ist all das tatsächlich gerechtfertigt? Welche Tatsachen muss man betrachten?

Ein wachsender Markt

Zum einen zeigen aktuelle Marktstudien, dass der Markt für E-Mobilität stark wächst.

Allein der Hybrid-Elektrofahrzeug-Markt wurde im Jahre 2020 auf einen Wert von 252,06 Milliarden US-Dollar geschätzt. Es wird auch vorausgesagt, dass er bis 2026 noch einen Wert von 1166,65 Milliarden US-Dollar erreichen wird – er besitzt also ein enormes Potenzial.

Natürlich sind nicht alle Hybrid-Fahrzeuge gleich. Es gibt verschiedene Typen, wie beispielsweise Micro-Hybrid-, Voll-Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeuge.

Insgesamt jedoch ist die klar steigende Tendenz des Markt-Werts zu erkennen

Kurze technische Einführung

Nun kommen wir zu den technischen Details der Hybrid-Fahrzeuge – woraus bestehen sie?

Wie der Begriff “Hybrid” bereits erkennen lässt, handelt es sich um eine Kombination von zwei Dingen.

In diesem Fall gibt es sowohl einen Verbrennungsmotor als auch einen Elektromotor im Fahrzeug.

Genauer gesagt wird das Fahrzeug durch die Energie der Batterien und die des Verbrennungsmotors angetrieben, entweder gleichzeitig oder ersatzweise.

Neben dem Verbrennungsmotor gibt es noch einen weiteren wichtigen Unterschied zwischen einem Elektrofahrzeug und einem Hybrid-Elektrofahrzeug: Die Batterie des Letzteren kann nicht durch das Einstöpseln aufgeladen werden. Stattdessen geschieht das Aufladen durch Nutzbremsung (regeneratives Bremsen) und durch den Verbrennungsmotor.

Eine Ausnahme gibt es allerdings, und zwar das Plug-in-Hybridfahrzeug, bei dem die Batterie tatsächlich durch einen Anschluss geladen wird.

Beweggründe verstehen

Zahlreiche Gründe verleiten Konsumenten dazu, sich für Elektro-Fahrzeuge zu entscheiden.

Beispielsweise haben sich viele Länder verpflichtet, ihre Kohlenstoffemissionen zu reduzieren. Daher wollen sie den Einwohnern Anreize bieten, den eigenen CO2-Fußabdruck zu mindern.

Somit treiben Regierungsinitiativen wie Fördermittel, Steuernachlässe und -Vorteile die Elektro-Industrie voran.

Ein weiterer Grund ist mitunter der Mangel an Infrastruktur, wenn es um Ladestationen für E-Autos geht. Die Probleme der Besitzer solcher Fahrzeuge sind bekannt: lange Wartzeiten und Schwierigkeiten, unterwegs Ladestationen zu finden.

Außerdem möchten einige Konsumenten Hybrid-Elektrofahrzeuge kaufen, um sich ihrem Wunsch nach Umweltfreundlichkeit zu nähern.

Eine nachhaltige Denkweise ist großartig und Regierungsiniativen können Kaufentscheidungen leiten – aber sind Hybrid-Autos wirklich besser für die Umwelt?

Probleme in der Herstellung

Selbstverständlich verursacht die Produktion eines jeden Fahrzeugs zusätzliche Treibhausgasemissionen. Aus diesem Grund ist es immer am besten kein neues Auto zu kaufen.

Abgesehen davon, nutzen Hybrid-Fahrzeuge üblicherweise Nickel-Metallhydrid-Batterien oder Lithium-Ionen-Batterien

Wie immer beim Thema Batterien, kommen Problematiken der Beschaffung und des Recyclings auf: Nur ein kleiner Teil der Batterien sind je recycelt – und selbst wenn, kann dies schädliche Auswirkungen auf die Arbeiter und die Umwelt mit sich ziehen.

Diese Aspekte müssen berücksichtigt werden, gerade weil die Industrie stark wächst.

Bei einem finalen Urteil zum CO2-Effekt sollten die Emissionen der Herstellung betrachtet werden und anschließend mit den eingesparten Emissionen durch die Nutzung aufgewogen werden. Dabei kommt es mitunter auf das Modell und den Hersteller des Autos an.

Zusätzlich spielt die Stromquelle eine große Rolle bei den Emissionen, da sie stark nach Regionen variieren kann

Einsparungen durch die Nutzung

In der Betrachtung der Nutzungsphase eines Elektro-Hybridfahrzeugs werden viele Vorteile ausgelobt.

Zum Beispiel werden häufig Aspekte wie reduzierte Emissionen und verbesserte Kraftstoffeffizienz genannt.

Wenn der elektrische Motor ausreicht, um das Fahrzeug anzutreiben, kann Energie durch das Ausschalten des Motors gespart werden. Das reduziert den Kraftstoffverbrauch und spart Emissionen ein, wodurch ein positiver Umwelt-Effekt erreicht wird: Ein Hybrid-Auto kann 46% weniger Treibhausgase als ein reguläres Fahrzeug ausstoßen!

Außerdem liefert der elektrische Motor zusätzliche Leistung, weshalb auch ein kleinerer Motor ausreichen kann.

Guter Gedanke – schlechte Ausführung?

Allerdings gibt es versteckte Probleme bei Plug-in-Hybridfahrzeugen. Diese sind auch eine Art der Hybrid-Fahrzeuge, jedoch mit einem wichtigen Unterschied im Vergleich zu den anderen Arten. Dieser Unterschied liegt darin, wie die Batterie aufgeladen wird.

Tatsächlich werden die Batterien von Plug-in-Hybridfahrzeugen aufgeladen durch das Einstöpseln oder durch den Verbrennungsmotor.

Damit ist das Fahrverhalten entscheidend: Viele laden ihre Batterien kaum auf und verlassen sich stattdessen auf den Verbrennungsmotor. Damit werden weiterhin hohe Mengen an Treibhausgasen ausgestoßen, die es zu vermeiden gilt.

Weiterhin wurden einige falsche Behauptungen über die Emissionseinsparungen gemacht, wodurch ein unrealistisches Bild in den Köpfen der Verbraucher entsteht.

Deshalb können besonders Plug-in-Hybridfahrzeuge potenziell viele Emissionen ausstoßen, selbst mehr als bei standardmäßigen Diesel-Wagen.

Fazit:

Schließlich die große Frage: Sind Hybrid-Elektrofahrzeuge bloß eine Art des Greenwashings?

Die Antwort lautet nein, nicht nur.

Hybrid-Fahrzeuge besitzen durchaus einige Vorteile und können helfen, Emissionen zu reduzieren. Nichtsdestotrotz muss die Stromquelle betrachtet werden, genauso wie die Beschaffung der Rohstoffe für die Batterie. Das Fahrverhalten hat ebenfalls einen großen Einfluss auf die Umweltfreundlichkeit des Autos.

In der Zukunft wird die wachsende Nachfrage bestimmt zu weiteren Innovationen in der Industrie führen, die hoffentlich einige Aspekte verbessern, von der Herstellung bis zur Nutzung.

Momentan mag ein Hybrid-Auto die richtige Wahl sein, je nach Standort, Budget und dem eigenen Fahrverhalten.

Um herauszufinden welches Elektro-Fahrzeug das Richtige sein könnte, klicke hier und beantworte ein paar Fragen.

 

In diesem Monat dreht sich alles rund um die Mobilität – es kommen also viele weitere Artikel mit interessanten Inhalten!

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Erzähle uns auch:

  • Siehst du Hybrid-Elektrofahrzeuge als besser an gegenüber Elektrofahrzeugen?
  • Gibt es Regierungsinitiativen für den Kauf von Hybrid-Autos in Deinem Land?
  • Könntest du ohne Auto auskommen?
  • Gibt es genügend Lade-Infrastrukturen in Deiner Heimat?

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