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Aus Müll werden Schätze: Nachhaltige Wirtschaft

circular economy

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10.19.2021

Nutzung von mikro- und makroökonomischen Modellen zur Förderung der Nachhaltigkeit und zur Verringerung der Verschwendung

„Um zu einer Kreislaufwirtschaft überzugehen, müssen Unternehmen neue Modelle erforschen, die es ermöglichen, Produkte immer wieder zu verwenden“. John Atcheson, Mitbegründer und CEO von Stuffstr.

Die 360°-Wirtschaft konzentriert sich darauf, den Kreislauf von Konsumgütern und Abfall zu schließen.  Gewohnheitsmäßig kaufen wir Dinge, benutzen sie, und irgendwann, sei es nach ein paar Sekunden oder nach Jahren, werfen wir sie weg.

Nach Angaben von 360° City werden weltweit jede Minute über eine Million Plastikflaschen verkauft.  91 % dieser Flaschen werden nicht recycelt.  Was wäre, wenn wir den Kreislauf schließen könnten?

Die Kreislaufwirtschaft setzt sich für die Maximierung eines Gutes ein. Anstatt ein Gut einfach zu kaufen, sollten – und können – Güter geleast, gemietet, recycelt, repariert oder wiederverwendet werden.

Das steigert die Nachhaltigkeit, reduziert den Abfall, ermöglicht engere und verantwortungsvollere B2C-Beziehungen und ist gut für den Planeten.

Eine Win-Win-Situation also !

Zudem weist 360° City auch darauf hin, dass Gegenstände mit langer Lebensdauer, wie z. B. Bohrmaschinen, durchschnittlich nur 10 Minuten lang benutzt werden.

Es ist fragwürdig warum ein Gegenstand hergestellt verkauft und dann gekauft wird, der doch so wenig Nutzen hat.  Eine Studie der Arizona State University ergab, dass der durchschnittliche Amerikaner ungenutzte Waren im Wert von 7.000 Dollar besitzt.

Konzept der Kreislaufwirtschaft

Laut Mud Jeans gibt es sieben Grundprinzipien der Kreislaufwirtschaft. Das Konzept läuft wie folgt: Die Hosen von Mud Jeans werden zu 100 % aus recycelter Baumwolle hergestellt und verkörpern damit die Quintessenz der Kreislaufwirtschaft.  Ihr Ziel ist es, „wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Wohlstand zu erreichen“.  Dies kann ohne Kompromisse bei der Qualität erreicht werden.

Die 7 Grundprinzipien sind folgende:

  • Design für die Zukunft
  • Regenerative Ressourcen bevorzugen
  • Bewahren und erweitern, was bereits geschaffen wurde
  • Überdenken des Geschäftsmodells
  • Abfall als Ressource nutzen
  • Kollaboration zur gemeinsamen Wertschöpfung
  • Digitale Technologie einbeziehen

Bei Befolgung dieser Grundsätze wird ein Produkt (wie z.B. Kleidung), das normalerweise als nicht nachhaltig gilt, zu einem Vorbild dafür, wie alle Kleidungsstücke produziert werden sollten, um die Umweltauswirkungen zu minimieren.

Beispielhafte Umsetzung der Kreislaufwirtschaft

Die Umsetzung mag schwierig erscheinen, aber es gibt innovative Wege, um langfristige Nachhaltigkeit zu gewährleisten. 

Die folgenden Unternehmen beschreiten bereits den Weg der Kreislaufwirtschaftsmodelle:

  • Stuffstr  : Stuffstr ein soziales Unternehmen, welches sich für mehr Nachhaltigkeit bei den Produkten, die man kauft, einsetzt.  Das Unternehmen arbeitet mit Einzelhändlern zusammen, um gebrauchte Kleidung zurückzukaufen, damit diese nicht auf einer Mülldeponie landet.  Diese Strategie nennt sich „Recommerce“ und wird als nachhaltiges Modell für Mode- und Haushaltsartikel betrachtet.  Die Verbraucher verkaufen alte Kleidung an die Einzelhandelspartner von Stuffstr und erhalten dafür Geschenkkarten.  Zu diesen Marken gehören große Namen wie The North Face und H&M. 
  • Mud Jeans: Wie bereits erwähnt, demonstriert Mud Jeans alle Aspekte der Kreislaufwirtschaft. Das Unternehmen verwendet nachhaltige Materialien und Produktionsmethoden, um Abfall zu reduzieren und die Umwelt zu schonen.  Im Sinne der Kreislaufwirtschaft können die Jeans gekauft oder geleast werden.
  • Guess und H&M: Beide bringen Vintage-Kollektionen heraus, anstatt alte Bestände zu vernichten.  H&M schenkt seinen Kunden außerdem Gutscheine für jeden gespendeten Sack Kleidung.
  • Amazon: arbeitet an der Entwicklung eines Rückkaufprogramms, das Kunden die Möglichkeit gibt, ihre Artikel weiterzuverkaufen und gleichzeitig neue zu kaufen, um den Kreislauf in Gang zu halten.
  • Dell: verwendet Plastik, das sonst im Meer landen würde, als neue Verpackung für seine Laptops.
  • Apple: hat einen neuen Roboter namens Daisy entwickelt, der 200 iPhones pro Stunde zerlegen und die Materialien recyceln kann, anstatt sie wegzuwerfen.
  • REI: veranstaltet regelmäßig Flohmärkte und soziale Veranstaltungen, bei denen Mitglieder ihre Ausrüstung tauschen können.
  • IKEA: bietet jetzt in über 30 Märkten Möbel-Leasing an.
  • Bundles: vermietet Waschmaschinen und Trockner. Neue, umweltbelastende Geräte müssen nicht mehr schnell produziert und verkauft werden.

Es ist kein Geheimnis, dass sich Nachhaltigkeit gut verkauft.  Da die Verbraucher immer bewusster darauf achten, wo sie ihr Geld ausgeben und welche Marken sie unterstützen, ist es wichtig, einen vielschichtigen Ansatz zu verfolgen: Gutes für den Planeten und für Ihre Kunden zu tun.

Wie man sieht, gibt es kreative Möglichkeiten, dem Planeten etwas zurückzugeben und sich an der Kreislaufwirtschaft zu beteiligen.  Was das Tempo angeht: Kein Verbraucher erwartet von einem Unternehmen, dass es alles auf einmal umsetzt. Wenn man mit kleinen Schritten beginnt, wie z. B. der Einführung eines Rückkaufprogramms oder der Veranstaltung von Flohmärkten, wird dies von den Verbrauchern wahrgenommen und geschätzt.  Der Wandel zur Nachhaltigkeit und zur Kreislaufwirtschaft muss ja irgendwo beginnen

Mögliche Ansätze

Laut einer von OC&C Consultants durchgeführten Studie gaben 15 Prozent der befragten Gen Z an, dass sie sich dafür einsetzen „ die Menge des von mir verursachten Abfalls zu reduzieren“, 14 Prozent „meinen CO2-Fußabdruck zu verringern“ und 13 Prozent „die Verwendung von Einweg Plastik zu reduzieren“. 

Darüber hinaus sind laut PA Consulting 72% der Elektronik Kunden und 66% der Bekleidungs Kunden bereit, Waren weiterzuverkaufen, wenn ein Geschäft ein Goodenough-Rückkaufprogramm anbietet.  Dies verdeutlicht das große Potenzial von Re-Commerce-Strategien für Unternehmen. Atcheson meint,

Der Re-Commerce wächst etwa 21 Mal so schnell wie der reguläre Einzelhandel.

Für Einzelhandelsunternehmen bedeutet dies eine Ausweitung der möglichen Beziehungen zum Verbraucher: Rückkaufprogramme, erhöhte Loyalität, Engagement und Gründe für den Kunden, nach Abschluss der ersten Transaktion wiederzukommen.

Nach dem Retail Council of Canada schätzt ein kürzlich veröffentlichter PA-Bericht (mitverfasst von Lancelott), dass:

  • „Einzelhändler allein durch die Wiederverwendung von Waren und Materialien 70 Milliarden Dollar einnehmen könnten.
  • Diese 7.000 Dollar an unbenutzten Konsumgütern entsprechen etwa 875 Milliarden Dollar, die in den Einzelhandel zurückfließen könnten“.
  • Vor allem Kleidung hat tiefgreifende wirtschaftliche Vorteile; im Vereinigten Königreich schätzt man, dass „durch das Einsammeln einer Tonne gebrauchter Kleidung ein Gewinn von fast 1.300 Dollar erzielt werden kann“ – ein beträchtlicher Wert, wenn man bedenkt, dass laut Lancelott etwa 80 % der Kleidungsstücke ungetragen bleiben.

Dies zeigt, welches Potenzial die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft birgt: Von kleinen Unternehmen bis hin zu Großkonzernen werden sowohl die Kundenbindung als auch die Nachhaltigkeitswerte steigen.

Quellen

Bild
  • Pixabay

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2 Kommentare

  1. Richard W.

    Ich finde ja, dass Kreislautwirtschaft ein unfassbar spannendes Thema ist… Danke für den Artikel

    Antworten
    • Komoneed

      Richard, ich danke Dir für Deinen Kommentar! Wir haben viel zu tun in Sachen Kreislaufwirtschaft

      Antworten
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